Wallfahrtswochenende 2016 zwischen KZ-Altar und freudiger Erwartung

Das Wochenende vom 24. auf den 26. Juni verbrachte die Sankt Georgener Seminargemeinschaft im Priesterhaus Moria der Schönstatt-Bewegung. Dort trafen wir auf die Seminargemeinschaft der Diözese Trier und beschäftigten uns mit der Gestalt des Hl. Vorläufers Johannes des Täufers. Am Abend des Freitags stellten sich die durch die Seminaristen repräsentierten Bistümer dann vor, um etwaige Wissenslücken auf allen Seiten zu füllen. Vertreten waren immerhin Priesterkandidaten der Diözesen Aachen, Hildesheim, Basel, Limburg, Trier, Dresden-Meißen, Görlitz und der Erzdiözesen Hamburg und Berlin und zu guter Letzt auch die Patres der Gesellschaft Jesu.

In gewohnter Manier wurde der Samstag dann in Schweigen begangen, das bis zum Sonntagmorgen durchgehalten wurde. Einige hartgesottene Mannen trauten sich trotz des regnerischen Wetters aus dem Haus, um in der schönstättischen Gegend ein wenig umher zu wandern. Besonders eindrücklich wird für viele die Feier der Hl. Messe zu Ehren der Seligen Lübecker Märtyrer am Dachau-Altar gewesen sein. Der hölzerne Opfertisch wurde restauriert und steht nun in einer der Kapellen des Priesterhauses Moria. Dort hatte schon der Gründervater der Schönstattbewegung, auf deren Areal wir uns das ganze Wochenende über befanden, eine Hl. Messe gelesen. Ein in den Boden vor den Stufen des Altares eingelassener Stein erinnerte an seinen einstigen Bestimmungsort im Priesterblock des ehemaligen bayrischen Konzentrationslagers.

Am Sonntag schließlich pilgerten wir guter Dinge und begleitet von herrlichem Sonnenschein hin zur Dreifaltigkeitskirche, überquerten dabei die Bistumsgrenze von Limburg nach Trier, um eine gemeinsame Messe mit den Marienschwestern der Schönstätter zu feiern. Auch am mit einer heiligen Pforte der Barmherzigkeit versehenen Urheiligtum der Schönstatt-Bewegung kamen wir an diesem Tag vorbei. Die Sonntagspredigt hielt der dortige Seelsorger, Dr. Bernd Biberger. Es konzelebrierten die Seminarkollegien der Priesterseminare Trier und Sankt Georgens, eine Schola-Kombi aus beiden Seminarien unterstützte die Gemeinde gesanglich.

Beeindruckt von der Größe und der Lebendigkeit der geistlichen Gemeinschaft der Schönstätter kehrten die Trierer und die Sankt Georgener wieder in ihre Priesterseminare zurück – die Frankfurter in der Hoffnung bald eine gute Heimat auch für die Seminaristen von Saar und Mosel sein zu können und die Trierer weitgehend ahnungslos, dass ihr ehemaliger Regens Msgr. Dr. Bätzing bald neuer Bischof von Limburg sein würde.

26.06.2016
Moritz Hemsteg