Reflexionswochenende in Mespelbrunn

Vom 23. bis 25. Januar waren wir „Neoingressi“, also die neuen Seminaristen, im Landhaus des Priesterseminars in Mespelbrunn im Spessart. Dort ging es darum, die Zeit des Propädeutikums in Dresden sowie die ersten Monate in Seminar, Studium und geistlichem Leben zu reflektieren. Neben Regens, Subregens, Spiritual und uns, den Sankt Georgener Seminaristen, waren auch zwei Seminaristen aus Fulda bei uns, die bereits in Dresden am propädeutischen Vorkurs teilnahmen.

Auftakt bildeten eine gemeinsame Vesper und das berühmte Käse-Fondue unseres Spirituals P. Schneider. Als Grundgerüst unserer Reflexionen diente der Galaterbrief des Apostels Paulus. Das passte auch insofern gut, da wir am 25.1. mit der Kirche Pauli Bekehrung feierten. Diesen Brief lasen wir abschnittsweise und begannen damit, dass jeder einen eigenen Briefanfang schreiben sollte, in dem er kurz darauf eingeht, wie er sich und seine Berufung im Vergleich zum propädeutischen Vorkurs in Dresden sieht. Am Samstag schauten wir konkret auf unsere Zeit in Dresden, das Zusammenleben im Seminar und die erste Studienzeit zurück. Die zweite Einheit beschäftigte sich dann mit den Themen diakonisches Engagement und geistliches Leben. Insgesamt zeigte sich, dass die Problematik des Zeitmanagements eine große Rolle spielt, das diakonische Engagement aber ein guter Ausgleich für das eher theoretische Studium ist. In der Abschlussrunde am Sonntag konnten wir nochmals die Herausforderungen für einen selbst und die Gemeinschaft zur Sprache bringen: Zeitmanagement, geistliches Leben und der Wunsch nach einer offenen Gesprächskultur waren dabei die Hauptthemen.

Auch die Freizeit kam nicht zu kurz: Am Samstag-Nachmittag gingen wir dann durch die Winterwelt spazieren und ließen uns von P. Schneider über Straßen, Felder und Abhänge führen. Wer P. Schneider kennt, weiß, dass er in Sachen Unberechenbarkeit dem Hl. Geist in nichts nachsteht. Da wir ihm aber mindestens genauso vertrauen, gab es bei keinem von uns irgendwelche ernsthaften Bedenken. Schließlich kamen wir gut an und wärmten uns mit Kaffee, Tee und diversen Gebäcken vor dem Kachelofen auf.

Am späten Nachmittag machten wir uns zur Pfarrkirche auf, um dort mit der Ortsgemeinde den Rosenkranz zu beten und die Vorabendmesse zu feiern. Diese Kirche ist dem Hl. Maximilian Kolbe geweiht und zeugt in kleinen Details (z.B. Stacheldraht aus dem KZ im Kreuz) vom Leben und Glauben des Heiligen. Nach der Hl. Messe kochten vier von uns mit P. Knorn ein hervorragendes tunesisches Abendessen, bei dem wir lernten, dass man mit roten tunesischen Soßen nicht allzu großzügig sein sollte. Die Bratäpfel mit Mispelmarmelade aus dem eigenen Garten krönten schließlich dieses Festmahl. Merkt man, dass der Autor am Kochen beteiligt war…?

Die Sonntagsmesse konnte leider nicht in der Schlosskapelle stattfinden, sodass wir in unserem Gruppenraum kurzerhand einen Altar errichteten, an dem P. Knorn mit uns die Hl. Messe zelebrierte. Nach der Messe ging es traditionell noch einmal hoch hinaus in ein Wirtshaus, wo wir uns für das Aufräumen und den Heimweg stärken konnten. Auf der Rückreise nach Frankfurt legten wir bei der Wallfahrtskirche Hessenthal eine Station ein, wo wir im Gebet unsere Anliegen, Bitten und Erfahrungen des vergangenen Wochenendes der Gottesmutter und ihrem Sohn darbrachten.

29.01.2015
Lucas Weiss