Oh Heiland, reiß die Himmel auf!

Angesichts der jüngsten Terroranschläge muten die fröhlichen Zeilen vieler Weihnachtslieder in diesem Jahr zunächst wohl noch zynischer an als sonst - können wir schon drei Tage später den traditionellen Weihnachtsabend des Priesterseminars einfach so begehen, als wäre nichts geschehen? Selbstverständlich nicht. Vielmehr werden uns die Umstände und dadurch umso deutlicher auch das Wunder von Jesu Geburt vor Augen geführt. Hassbotschaften, skrupellose Gewalt und erschütterte Verzweiflung bilden gewissermaßen den Hintergrund für die Begegnung mit dem scheinbar nichtsahnenden, friedlich unbekümmert strahlenden Gottessöhnchen in der Krippe, führte Pater Rieger aus. Unangenehme technische Probleme des Seminarbetriebs wie der Wasserschaden erfordern zwar Aufmerksamkeit und Geduld, sind dann aber doch nicht so bedeutsam. Dem pflichtete auch der (stellvertretende) Seminarsprecher Moritz Hemsteg bei: Die durch die wohlorganisierten Lebensumstände des Priesterseminars ermöglichte Sorglosigkeit müsse immer besser als Möglichkeit genutzt werden, in die Welt hinauszugehen und sich für ihre Not zu öffnen.

Nach diesen ernsten Worten war im festlich geschmückten Refektorium schließlich auch Raum für eine kleine Bescherung, Plätzchen, Weihnachtslieder, die traditionelle Feuerzangenbowle und gemütliches Beisammensein...

22.12.2016
RB