Herz-Jesu-Reliefs vor dem Abriss gerettet

In der vergangenen Woche wurde ein Teil des alten Seminargebäudes abgerissen. An dieser Stelle wird, im rechten Winkel zum Teil, der vorerst stehen bleibt, der Neubau errichtet werden. An der Ostwand des nun abgerissenen Gebäudeteils waren zwei Rundplastiken angebracht, die zum Grundbestand des Priesterseminars Sankt Georgen gehören. Sie wurden vor dem Abriss nun ausgebaut, weil sie eines der wenigen Zeugnisse sind, die von der Gründung von Sankt Georgen im Jahre 1926 erzählen.

Das Kolleg ist dem Heiligsten Herzen Jesu geweiht; die Herz-Jesu-Verehrung wurde von den Jesuiten stark gefördert. Die beiden Tondi, die übereinander angebracht waren, korrespondieren miteinander: Oben ist Christus, der segnend sein Herz öffnet, unten ein Priester (Ignatius oder Petrus Canisius?) dargestellt. Er antwortet staunend und dankbar dem sich ihm offenbarenden Christus und deutet mit seiner Handhaltung Gebet und Arbeit, Kontemplation und Aktion an. Die beiden Reliefs bringen damit etwas zum Ausdruck, das für eine christlich-priesterliche Haltung auch heute aktuell ist.

In den letzten Jahrzehnten waren die beiden Plastiken etwas aus dem Blickfeld geraten. Sie waren schon einmal ummontiert worden, als das Seminargebäude in den 1930er Jahren erweitert worden war. Davon zeugen Schäden und deren unprofessionelle Reparatur: So wurde der Kopf des Priesters einfach mit einem Draht gesichert, was jetzt zum Vorschein kam.

29.09.2013
Bernhard Knorn SJ