Hausforum zur Prävention von sexuellem Missbrauch

Prävention von sexualisierter Gewalt und sexuellem Missbrauch an Minderjährigen war das Thema des Hausforums des Priesterseminars am Donnerstag, den 5. Februar 2015. Hierzu hatten wir als Referenten den Präventionsbeauftragten des Bistums Limburg, Herrn Stephan Menne, eingeladen. Herr Menne ging in seinem Vortrag, bei dem auch Raum für viele Fragen war, zuerst auf Ausmaß und Orte von Missbrauch sowie Täterstrategien ein, um sodann zum Punkt Prävention zu kommen.

Angesichts erschreckender Daten und der kriminellen Energie der Täter kann man das Thema mit „einer kalten Hand, die nach einem warmen Herzen greift“, vergleichen. Solche Gefühle dürften jedoch nie dazu verleiten, die Augen vor der Wirklichkeit des Missbrauchs zu verschließen. Für den späteren pastoralen Alltag gab Herr Menne die dringende Empfehlung, bei dem Verdacht oder auch nur einer persönlichen Vermutung, es könne ein Missbrauch vorliegen oder sich bei einer Person um einen Täter handeln, umgehend die Präventionsstelle des Bistums zu informieren und Fachkräfte zu Rate zu ziehen.

Der wichtigste Hinweis des Abends lautete somit, eine Kultur des Hinschauens, der Aufmerksamkeit und Sensibilität für Gewaltausübung zu pflegen. Dies ließe sich nicht anhand bestimmter Anleitungen umsetzen, sondern allein mittels Gespräch – in der Pfarrei beispielsweise in einer Teambesprechung über das angemessene Verhältnis von Nähe und Distanz. Besonders für die Kirche, so Stephan Menne, sei der Auftrag des Evangeliums bindend, denen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden, was bedeutet, ein Klima zu schaffen, in dem Opfer zum Sprechen ermutigt werden.

06.02.2015
Matthias Böhm