Fakten zur Baumaßnahme des Priesterseminars Sankt Georgen

Bauvorhaben: Neubau einer studentischen Wohnimmobilie für das Priesterseminar Sankt Georgen mit sechs Einheiten als Wohngruppen, Gemeinschafts-, Büro- und Verwaltungsräumen, das Herstellen von 34 PKW-Parkplätzen sowie der Rückbau des Bestandsgebäudes bis zur Wandelhalle im Erdgeschoss.
Sankt Georgen ist eine akademische Einrichtung am Stadtrand von Frankfurt: An der Philosophisch-Theologischen Hochschule und am dazu gehörenden Priesterseminar werden Nachwuchskräfte für den kirchlichen Dienst ausgebildet. Derzeit leben ca. 50 Priester bzw. Priesterkandidaten aus verschiedenen Diözesen zusammen mit internationalen Aufbaustudenten aus allen Teilen der Welt im Priesterseminar Sankt Georgen. In der Tradition und Verantwortung des Jesuitenordens stehend, genießt die Ausbildung in Frankfurt internationale Anerkennung.
Das ehemalige Seminargebäude aus dem Jahr 1926 war aus verschiedenen Gründen für den heutigen Ausbildungsbetrieb eines Priesterseminars unzureichend geworden: Mit 120 Plätzen war der Bau überdimensioniert und mit Zimmern à 13 m² unzureichend. Die sanitären Einrichtungen (Stockwerksduschen und Toiletten) waren desolat und der Brandschutz erforderte dringend eine bauliche Erneuerung.
Voruntersuchungen hatten zu dem Ergebnis geführt, dass das Bestandsgebäude der geforderten Sanierung aufgrund seiner Tragwerkskonstruktion nicht Stand hält. Deshalb entstand der Plan für einen reduzierten, nüchtern-funktionsgerechten und moderat modernisierten Neubau. Das neue Seminargebäude wurde entlang der Balduinstraße errichtet. Es besteht die Anbindung an die Seminarkirche, die Essensversorgung durch die Mensa und die bestehenden Versorgungssysteme (Heizung, Abwasser etc.). Entlang der beeindruckenden Wandelhalle des Altbaus bleiben die Sozialräume (Speisesaal, Vortragsraum, Gebetsräume) erhalten.
Der Wohntrakt des neuen Priesterseminars ist in einem sechs-geschossigen Gebäude untergebracht. Pro Stockwerk befindet sich eine abgeschlossene Wohngruppe mit je zehn Studentenzimmern: Einzimmerappartements mit Nasseinheit (inklusive je ein behindertengerecht eingerichtetes Appartement pro Stockwerk); ein gemeinsamer Wohnraum und ein Esszimmer mit Küchenzeile. Außerdem sollen die Verwaltung des Priesterseminars, die Wohn- und Arbeitsräume der Seminarleitung und Sozialräume der Seminargemeinschaft (Raum für die geistliche Ausbildung, Clubraum und Geistliche Bibliothek) dort untergebracht werden.
Der Neubau reduziert die Nutzfläche gegenüber dem alten Seminargebäude um 1200 m². Nicht zuletzt bedeutet diese Verringerung der Fläche neben der inhaltlich erneuerten Konzeption der Priesterbildung eine deutliche Einsparung der Betriebskosten bzw. eine größere ökologische Verantwortlichkeit. Die Leitlinien des Bistums Limburg zum ressourcenschonenden Bauen bilden die Planungsgrundlage (nur Baustoffe mit hoher Umweltverträglichkeit; keine Tropenhölzer oder PVC etc.); dazu kommt eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes, pro Geschoss ein rollstuhlgerechtes Appartement, dezentrale Abluft mit feuchtigkeitsgesteuerter Zuluft zur Minimierung von Lüftungswärmeverlusten; schließlich gleichsam als Pilotprojekt Wärmerückgewinnung aus der Kanalisation.
 Bauherr:
Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen e.V., Frankfurt am Main
vertreten durch den Vorsitzenden Pater Heinrich Watzka S.J. und den Geschäftsführer Herrn Peter Roche. Der „Philosophisch-Theologische Hochschule Sankt Georgen e.V.“ besteht aus Jesuiten und bildet zivilrechtlich den Unterhaltsträger für die in Sankt Georgen betriebenen Werke.
Baubetreiber:
Priesterseminar Sankt Georgen, vertreten durch Pater Stephan Ch. Kessler S.J., Regens und Leiter der studentischen Wohneinheit an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Das Priesterseminar Sankt Georgen ist eine überdiözesane Ausbildungseinrichtung für kirchlichen Nachwuchs verschiedener Bistümer unter Leitung des Jesuitenordens. Es umfasst den Ausbildungsbetrieb eines Priesterseminars für Priesterkandidaten verschiedener Diözesen. Dazu kommt eine Gruppe meist ausländischer Priester bzw. Ordensmänner, die in Frankfurt ein postgraduales Aufbaustudium absolvieren.
Kosten der Baumaßnahme:
Die Baukosten betragen 8,9 Millionen €. Diese Summe kann der Bauherr nur durch das großzügige Entgegenkommen der Sankt Georgen mit dem Jesuitenorden tragenden (Erz-)Bistümer erbringen: Limburg, Hamburg, Hildesheim und Osnabrück. Dazu kommt für die ausländischen Studenten die Unterstützung durch den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD).
Baubeauftragung:
Nach Eingang der Zustimmung zur Baumaßnahme durch den Generaloberen der Gesellschaft Jesu ( = Jesuitenorden; Abk.: S.J. ) vom 05.01.2013 beauftragte der Provinzialobere der Deutschen Provinz der Jesuiten, P. Stefan Kiechle S.J. beim sog. „Seminargespräch der Ordinarien“ mit den in Sankt Georgen ausbildenden (Erz-)Bistümern (Limburg, Hamburg, Hildesheim und Osnabrück) vertreten durch ihre Bischöfe am 22.01.2013 die Ausführung des Baus.
Architekturbüro:
Kissler + Effgen Architekten BDA, Wiesbaden. Dieses Büro hat auf dem Campus bereits das preisgekrönte Hochschulgebäude errichtet und die Modernisierung des Kommunitätsgebäudes erfolgreich durchgeführt. 
Bauantrag:
Am 27.11.2012 durch die Bauaufsicht des Magistrats der Stadt Frankfurt a. M. genehmigt. Die behördliche Abbruchgenehmigung für den Altbau wurde am 25.03.2013 erteilt.
Bauzeit, Bauablauf bzw. Bauabschnitte:
Baubeginn 22.04.2013 – Bauende 24.04.2016
BA 1 Herstellung neuer Parkplätze, Umzüge u.  Bauvorbereitung  22.04.2013 –   12.07. 2013
BA 2 Abbruch Altbau (Komplettabbruch: Joch 1-4 von Osten)       01.08.2013 –   30.10. 2013
BA 3 Neubau                                                                                    01.10.2013 –   06.03. 2015
Segnung des Grundsteins durch Weihbischof Dr. Löhr                   29.01.2014
Setzung des Grundsteins im Neubau durch Erzbischof Dr. Heße  27.04.2015
Umzug vom Altbau in den Neubau                                                  20.06.2015 –   30.07. 2015
BA 4 Teilabbruch Altbau (DG – EG)                                                01.08.2015 –   01.02. 2016
BA 5 Anpassung Altbau (Dach, Anschluss Zwischenbau)              01.02.2016 –   20.04. 2016
Einweihung des Neubaus durch den Apostolischen Administrator
des Bistums Limburg, Weihbischof Manfred Grothe, und die
übrigen Ordinarien des Priesterseminars                                        24.04.2016 – 16h

21.04.2016
P. Stephan Ch. Kessler SJ