Enthüllung des Grundsteins im neuen Seminargebäude

„Dass wir den Übergang besteh'n“: Mit Anklängen an das biblische Exodus-Motiv führte der Regens des überdiözesanen Priesterseminars Sankt Georgen, Pater Dr. Stephan Kessler SJ, in den feierlichen Gottesdienst ein, der am Montag, den 27. April 2015 in der Seminarkirche anlässlich der symbolischen „Besitzergreifung“ des neuen Seminargebäudes mit der Enthüllung des Grundsteins stattfand. Der neue Erzbischof von Hamburg, Dr. Stefan Heße, stand der Messfeier vor. Neben dem Provinzial der Jesuiten in Deutschland waren zudem die Ordinarien der anderen Trägerbistümer von Sankt Georgen anwesend: die Bischöfe von Osnabrück und Hildesheim, sowie der Apostolische Administrator des Bistums Limburg. Sie waren im Rahmen des jährlichen Seminargesprächs nach Sankt Georgen gekommen.

In seiner Predigt erinnerte Erzbischof Heße an den ersten deutschen Jesuiten, Petrus Canisius, dessen Gedenktag am 27. April die Gesellschaft Jesu als Fest begeht. Gerade heute, da die Berufung zum kirchlichen Dienst nicht wie in früheren Zeiten ein Massenphänomen sei, komme ihr etwas sehr Persönliches zu: Ziel müsse es sein, nicht nur punktuell, sondern lebenslang in der je persönlichen Berufung zu bleiben. Dies habe Petrus Canisius vorgelebt, der durch zweimal 30-tägige Exerzitien selbst zum Hörenden geworden sei. Die Regeln und Ratschläge des Hl. Ignatius helfen, eine Berufung zu erkennen und „dranzubleiben“. Voraussetzung dazu sei die Stille, in der man an dem dran sein kann, der beruft: Zu hören, was Gott jetzt sagen möchte. Sich gerade im Trubel zu Muße zurückzuziehen – dies sei auch ihm selbst seit seiner Ernennung zum Erzbischof besonders wichtig geworden. Das Leben so, wie es ist, vor den Herrn zu bringen als Dialog Mensch – Gott, als Wechselspiel von Ruf und Antwort. Für die Seminaristen gehe es darum, die je eigene, persönliche Entscheidung zu treffen, also sich nicht davonzustehlen, sondern vielmehr ein klares Ja oder Nein zu sagen. Unter Bezug auf den Satz des Evangeliums, „Ich kenne dich nicht“, mahnte Heße an das letztliche Kriterium: Gott im Tun zu erkennen, den Herrn durch Tun kennenzulernen. Der Erzbischof schloss mit dem Appell, nicht „persönlich“ mit „individualistisch“ zu verwechseln, sondern stets die Gemeinschaft der Kirche zu suchen und zu wahren.

Im Anschluss an das Pontifikalamt erfolgte in einer Prozession, begleitet von der Sankt Georgener Litanei der Berufung, eine symbolische „Landnahme“ des Neubaus. Im Foyer wurde sodann der Grundstein des neuen Seminargebäudes enthüllt. Anschließend bestand die Möglichkeit zur Besichtigung des neuen Hauses, die von zahlreichen Gästen genutzt wurde. Zur Stärkung gab es einen Imbiss im Speisesaal des („alten“) Seminars. Der Umzug der Aufbaustudenten und Seminaristen wird aber erst nach der Bauabnahme ab 11. Mai erfolgen.

29.04.2015
Benedikt Heimann