Dies Academicus

Große Fragen kommen meist in einem ganz einfachen Gewand daher. Um sie trotzdem nicht aus dem Blick zu verlieren, lohnt sich ab und an ein Innehalten im akademischen Alltagsbetrieb, beispielsweise in Form eines Dies Academicus. So fragten wir uns heute: „Wozu Philosophie und Theologie?“
Im morgendlichen Eröffnungsgottesdienst beleuchtete P. Vechtel den inneren Zusammenhang zwischen Theologie und Glauben, den Mottoworten der Hochschule „pietati et scientiae“. Bei allen intellektuell einleuchtenden Überzeugungen bedürfe der Glaube auch eines Einübens. Daraus ließen sich wiederum Erkenntnisse in die Theologie einbringen. Geistlich weiter ging es dann mit einer von P. Wucherpfennig angeleiteten ignatianischen Meditation über unsere und Gottes Sicht auf das Hochschulleben. Anscheinend sprang der Funke über, denn aus den spontan gebildeten bunt gemischten Murmelgruppen – Lehrende und Studierende Seite an Seite – erklang alsbald ein lebhaftes Summen.
Ausgehend von Jesu Begegnung mit der kanaanäischen Frau (Mt 15, 21-28) erörterte P. Rieger als psychotherapeutisch ausgebildeter Regens, wie das Studium Horizonterweiterung und „Konversion“, Offenheit und Authentizität fördere. Anschließend berichteten Alumni von Sankt Georgen, wie sie das Theologiestudium geprägt und zu ihren derzeitigen Tätigkeiten geleitet hat. Der rote Faden war dabei die Freude am theologischen Argumentieren und Diskutieren.
Große Gedanken wollen in eine Form gegossen werden – darum versammelte sich nach dem Mittagessen noch einmal eine ausdauernde Kernmannschaft, um an der neuen Studienordnung zu feilen.

26.04.2017
RB