Bischofawoche im Priesterseminar Sankt Georgen mit Beauftragungen zum Lektorat und Akolytat

In der Hochschule und im Priesterseminar Sankt Georgen war in dieser Woche viel los:
Am 28. Januar wurden im Rahmen des Besuches der Bischöfe aus Hamburg, Osnabrück, Limburg und Hildesheim 7 junge Männer zum Lektor bzw. Akolythen von Erzbischof Dr. Heße beauftragt.
Einen Tag später fand die Thomas Akademie statt, bei der Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ den Festvortrag hielt. Die Diözesanbischöfe nahmen sich während ihres Besuchs auch Zeit für Gespräche mit ihren Seminaristen, der Seminarleitung und den Verantwortlichen der Hochschule.

In der Kommunitätsmesse am 28.01.2020 hat Erzbischof Dr. Stefan Heße aus Hamburg sieben Seminaristen zum Dienst als Lektoren bzw. Akolythen beauftragt.

Als Lektoren werden im Rahmen liturgischer Feiern mit dem Vortrag der Lesungen und der Fürbitten beauftragte Laien bezeichnet. Nach c. 949 CIC/1917 zählte das Lektorat zu den niederen Weihen, bevor das Motu Proprio Ministeria Quaedam 1972 diese Weihestufe abschaffte und das Lektorat als Dienst einrichtete. Gem. c. 230 § 1 CIC/1983 ist das Lektorat als auf Dauer übertragener Dienst aufgrund der kirchlichen Tradition Männern vorbehalten. Heute werden  insbesondere Priesteramtskandidaten mit dem Lektorendienst in dieser Form beauftragt, da Weihekandidaten gem c. 1035 § 1 CIC vor ihrer Diakonenweihe zu Lektoren beauftragt sein müssen und diesen Dienst auch einige Zeit ausgeübt haben müssen. Daneben können gem. c. 230 § 2 im Rahmen einer zeitlich begrenzten Beauftragung Frauen und Männern den Dienst des Lektorats ausüben, was in der Praxis der Gemeinden die häufigere Form darstellt. Die Seminaristen übernehmen mit ihrer Beauftragung zum Lektor bewußt einen Dienst in der Verkündigung des Evangeliums wahr.

Akolyth bedeutet "zum allgemeinen Dienst" bestellt zu sein. In der westlichen Liturgie ist der Akolyth seit dem 3. Jh. bezeugt, als Helfer des Diakons bei der Eucharistiefeier (Bereitung des Altars, Kommunionspendung, einschließlich Krankenkommunion, Mitwirkung bei der Eucharistieverehrung). Nach der Neuordnung des Weiherechts durch das Motu Proprio Ministeria Quaedam 1972 ist der Akolyth nicht mehr Kleriker, sondern männlicher Laie (c. 230 § 1 CIC), der vom Bischof zu diesem Dienst im Rahmen einer Messe liturgisch beauftragt wird. Kandidaten von Diakonat und Presbyterat müssen diesen Dienst einige Zeit ausüben. In Deutschland werden derzeit faktisch nur Priesteramtskandidaten formell als Akolythen beauftragt. Häufiger trifft man in den Gemeinden Laien beiderlei Geschlechts, die als Kommunionhelfer bestellt sind (c. 230 § 3 CIC).

Der Weihbischof dankte den Seminaristen in seiner Predigt dafür, sich in den Dienst nehmen zu lassen in einer Zeit, in der Form und Gestalt des Weiheamtes stark diskutiert und angefragt werden.

Als Lektoren wurden beauftragt:

Philipp Fujak und Richard Neugebauer;

Als Akolythen wurden beauftragt:

Dominik Becker, Andreas Hahne, Dennis Giesa, Mathieu Valet, Julian Kania.

 

29.01.2020
P. Julian Halbeisen SJ