Abschied von P. Spiritual Michael Schneider SJ

Wie verabschiedet man sich in würdiger und rechter Weise von einem hochverdienten Geistlichen, der als Spiritual, Professor und Großarchimandrit über 34 Jahre hier wirkte – sich als einzigen Abschiedswunsch aber jeglichen Verzicht auf Reden über seine Vita erbeten hatte? Während Regens Rieger dieser Herausforderung in seiner kurzen Eröffnungsansprache zu Beginn der Sankt Georgener Messe am Mittwoch, den 4. Juli 2018 mit einer vergleichenden Situationsdeutung begegnete – ein Spiritual übe ja eine ähnliche Rolle wie Johannes der Täufer aus, der mit seinem ganzen Leben ausschließlich auf Jesus verweisen wollte – mochte Weihbischof Dr. Thomas Löhr es anschließend doch nicht bei einer Skizzierung des kirchlichen Klimas in Sankt Georgen beim Amtsantritt von P. Schneider anno 1984 belassen – Die Lage sei weder besser noch schlechter gewesen… – und fasste wohl die Gedanken aller Versammelten trefflich zusammen: Wir werden ihn in Sankt Georgen vermissen!
Dem Geist der Abschiedsliturgie entsprechend dann anstelle der Predigt eine Zeit der Stille, in der Jesu Gebot aus dem vernommenen Evangelium umso eindrücklicher nachhallte: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben!“
Zum Schluss trat P. Spiritual dann aber doch noch einmal vor und sprach allseits seinen Dank aus, den Seminar und Hochschule beim folgenden Empfang zumindest symbolisch mit einigen Präsenten erwiderten.

04.07.2018
Rana Bose